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Friedrichsthal. Farbenprächtigen Bilder des Hobbymalers Robert Görzel (49) sind derzeit im Friedrichsthaler Rathausfestsaal zu sehen. Unter dem Motto "Der Weg ist das Ziel" präsentiert der in Friedrichsthal lebende Maler sein variantenreiches Schaffen. Bürgermeister Rolf Schultheis sagte bei der Ausstellungseröffnung, dass Robert Görzel mit seinen Werken den Blick auf farbenfrohe Szenen in südlichen Gefilden freigebe und er die Herzen mit stimmigen und lebensfrohen Stillleben erwärme: "Die Bilder entreißen den Betrachter dem nicht immer so zauberhaften Alltag und entführen ihn in eine Welt voll positiver Lebensgefühle."
Sebastian Voltz, Träger des Otto-Weil-Kulturpreises, sorgte mit jazzigen Interpretationen für eine stimmungsvolle Untermalung der Vernissage. Helmut Donnevert, Beigeordneter der Stadt und Leiter der örtlichen Volkshochschule, stellte den Künstler und dessen Schaffen näher vor: Der 1960 in Siegen geborene Görzel ist seit einigen Jahren Küchenchef der Seniorenresidenz Gevita in Friedrichsthal.
Erst im Saarland entwickelte er mit der Malerei eine weitere Ausdrucksform seiner kreativen Persönlichkeit. Er arbeitet autodidaktisch und entwickelt selbstständig seinen Malstil - vorwiegend in Acryl. In kräftigen Farben zaubert er mediterrane Stimmungen, strebt klare Formen an und liebt den starken Ausdruck. Er lässt Landschaften entstehen und zeigt voller Fantasie bunte Städte. Vorwiegend richtet sich sein Stil an den Expressionisten aus, seine Vorbilder sind Modigliani, Hundertwasser und Chagall.
Er kopiert sie aber nicht, sondern gewinnt von ihnen Anregungen für eigene Werke. Die Ausstellung mit dem Titel "Der Weg ist das Ziel" zeigt deutlich, dass der 49-Jährige seine Sehnsüchte auf die Leinwand bringt und mit den Bildern aus dem Alltag heraus will. Der Hobbymaler selbst sagt: "Beim Malen kann ich mich entspannen, wieder Kraft tanken und - was für mich ganz wichtig ist - auch eigene Ideen verwirklichen." Die Werke von Robert Görzel waren schon in zahlreichen Ausstellungen zu sehen. Unter anderem hatte er Werkschauen in Bad Windsheim, Siegen und Berlin.
Die Schau im Festsaal des Friedrichsthaler Rathauses (bis 4. Februar) ist wochentags von 8.30 bis 12 und von 13.30 bis 15.30 Uhr geöffnet. Am Sonntag, 24. Januar, ist von 14 bis 16 Uhr die Gelegenheit zum Gespräch mit dem Künstler. ll
St. Ingbert. Abwechslungsreich und farbenfroh geht es zu in der aktuellen Gemälde-Ausstellung der Blumen- und Bildergalerie Steines. Denn die Gemälde von Robert Görzel warten nicht nur mit brillanten, leuchtenden Farben auf den Besucher, sondern sie rufen ihm zudem einige bekannte Vertreter neuzeitlicher Malerei in Erinnerung. Mal denkt man an bekannte Expressionisten wie Edvard Munch oder Paul Klee, mal blickt man in Bildwelten, die denen von Chagall und Picasso nahe stehen. Und dann sind da noch diese in kindlich-naiver Manier gemalten Werke, die denen von Friedensreich Hundertwasser nicht unähnlich sind, mitunter aber auch an russische naive Malerei erinnern. "Ich inspiriere mich an den großen Meistern, kopiere sie aber nicht", erklärt der 1960 in Siegen geborene Mann, der vor elf Jahren der Liebe wegen nach Friedrichsthal kam. Damals habe er die Malerei für sich entdeckt und sich autodidaktisch weitergebildet. "Mein Vater war Malermeister und hat ebenfalls in seiner Freizeit gemalt, am liebsten realistische Landschaften", erzählt er und zeigt auf eines seiner ausdrucksstarken Bilder. Mit den schmalen Silhouetten der Zypressen, den sanften Bodenwellen und den Hügeln im Hintergrund zeigt es eine abstrahierte mediterrane Landschaft - in den Farben fantastisch übersteigert und in den Formen vereinfacht. "Das Mediterrane gibt mir ein Gefühl der Gelassenheit", so Görzel. Doch seine Sujets wechseln und mit ihnen die Stimmung der Bilder. Da findet sich dann auch mal ein mit heftigen Pinselschlägen in schrillen Farben auf die Leinwand gebrachtes Frauenporträt.

  "Eine Arbeitskollegin" gibt der gelernte Koch schmunzelnd zu, ohne weitere Details zu verraten. In anderen Werken entführen bunte Ballons den Betrachter in märchenhaft verklärte Gefilde. In eine Art Gegenwelt mit bunten Bergen und fantasievoll gestalteten Häusern, die unserer nüchternen Alltäglichkeit freudvoll gegenübertreten. Hier wie dort gestaltet er vorwiegend in kräftigen Acrylfarben auf Leinwand mit einem guten Gespür für Form, Farbe und Komposition. In einer individuellen, expressiven Ausdrucksweise, mit der er vor allem ein positives Lebensgefühl vermitteln will.


Auf die Frage, was Malerei für ihn bedeutet, meint Görzel: "Für mich ist das Malen ein Rückzug aus dem Alltag. Ich befreie mich von den Dingen, die mit Kontrolle, Macht und Hektik zu tun haben. Wenn ich den Pinsel laufen lasse, geht es mir gut. Ich beginne mit einer Skizze und gehe Schritt für Schritt vor." Es mache ihm Freude, zu sehen wie das Bild wächst und wie man mit den Farben spielen kann. Inspirieren lässt er sich von ganz unterschiedlichen Malern wie Picasso, Amedeo Modigliani oder Friedensreich Hundertwasser. Das dies ziemlich unterschiedliche Stilrichtungen sind, stört Görzel nicht: " Diese Künstler entsprechen meinem facettenreichen Leben, das mich durch viele deutsche Städte und schließlich ins Saarland geführt hat." Und dann wähle er ganz einfach das aus, was ihm gefällt.

"Farben im Licht der Horizonte" - Gemälde von Robert Görzel. Bis zum 30. Juni. Blumen- und Bildergalerie Steines, Kaiserstr. 72, Fußgängerzone St. Ingbert, Montag bis Freitag neun bis 18 Uhr, samstags von neun bis 14 Uhr.